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ETAPPE 02


von Pieve Santo Stefano nach San Giustino
Pieve Santo Stefano, Sansepolcro, Anghiari, San Giustino, Caprese Michelangelo

Technische Daten

Abfahrt: Pieve Santo Stefano
Ankunft: San Giustino
Länge: 32km
Höhenunterschied: 200m
Schwierigkeitsgrad: mittel-leicht
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Pieve Santo Stefano, Sansepolcro, Anghiari, San Giustino, Caprese Michelangelo.

Die zweite Etappe unserer Fahrt führt von Pieve Santo Stefano nach San Giustino und kündigt den Übergang von der Toskana nach Umbrien an. Die Route bietet nicht nur herrliche Ausblicke auf den See von Montedoglio, sondern auch zahlreiche bezaubernde Abschnitte, die ganz nah am Flussufer entlang verlaufen. Darüber hinaus durchquert oder streift die Route bedeutende historische Ortschaften wie Pieve Santo Stefano, Anghiari, Sansepolcro und San Giustino, die viele eindrucksvolle Einblicke auf Geschichte und Architektur gewähren.

Die 32 Kilometer lange Strecke weist nur in der Gegend des Sees von Montedoglio einige leichte Steigungen auf und nutzt teils asphaltierte teils unbefestigte Straßen. Da sie nicht immer durch flaches Gebiet führt, ist ein Minimum an Kondition erforderlich.

Nach der Abfahrt von der Ortsmitte in Pieve Santo Stefano radeln wir in Richtung Sansepolcro und folgen knapp 3 Kilometer der Provinzstraße SP50.

Bei Kilometer 2,7 biegen wir rechts in Richtung Sigliano ab und gelangen auf die rechte Flussseite. Ab Kilometer 5,5 geht es dann am See von Montedoglio entlang leicht aufwärts. Die Straße ist fast völlig verkehrsfrei und dank der Ausblicke auf die wunderschönen Landschaften lassen sich die bergauf führenden Rampen, die jedoch keine anspruchsvollen Steigungen haben, recht zügig bewältigen.

Der Anstieg endet bei Kilometer 8,5 bei einem Aussichtspunkt, von dem man das gesamte Seebecken überblicken kann. Von hier fahren wir weiter in Richtung Anghiari und biegen bei Kilometer 13,6 auf der Höhe der Abzweigung nach Caprese Michelangelo nach links in Richtung Anghiari ab.

Am Ende der Abfahrt und am Ortseingang in das kleine bewohnte Örtchen Motina verlassen wir bei Kilometer 15,1 die Hauptstraße, biegen links in den unbefestigten Weg ein und folgen den Hinweisschildern zu dem am Fluss Tiber entlang verlaufenden Weg. Der von Motina nach Viaio führende Radweg zieht sich ganz nah am Flusslauf des Tibers entlang und bietet mehrmals die Gelegenheit, bis zum Kiesbett des Flusses zu gelangen, der hier noch nicht sehr tief ist.

Bei Kilometer 18,8 verlassen wir den Radweg und radeln links auf dem unbefestigten Hauptweg weiter, der ebenfalls dem Flusslauf folgt, wenn auch etwas weiter entfernt, und uns bis kurz vor Sansepolcro bringt.

Bei Kilometer 23,1 kehren wir auf die Asphaltstraße zurück und biegen bei Kilometer 23,5 an der Kreuzung mit der Hauptstraße links nach Sansepolcro ab: Hier ist es wichtig, wenn auch nur für einen knappen Kilometer, äußerst vorsichtig zu sein, da die Straße sehr verkehrsreich ist. Nachdem wir die Tiberbrücke überquert haben, schlagen wir bei Kilometer 24,2 den rechts abgehenden unbefestigten Weg ein und fahren für einen kurzen Abschnitt auf der „Via Francigena des hl. Franziskus“. Wir streifen die Ortschaft Sansepolcro und radeln dann ab Kilometer 26,6 auf einer ruhigen Asphaltstraße zu dem kleinen bewohnten Örtchen Trebbio. Dort wenden wir uns nach links und biegen anschließend bei Kilometer 28,5 links in einen breiten unbefestigten Weg ein, der sich durch die Maisfelder schlängelt und uns direkt zu den Toren der Ortschaft San Giustino bringt, die wir bei Kilometer 32 erreichen.




Sehenswertes

Gleich nach der Abfahrt von Pieve Santo Stefano beginnt man, am künstlichen Seebecken von Montedoglio entlangzufahren, das durch die Stauung des Tiber-Flusslaufes entstand. Der See bietet traumhafte Landschaftsblicke und ist ein beliebtes Ziel für Angelsportler.

Wenig oberhalb des Seebeckens erhebt sich auf der rechten Flussseite die 652m hoch gelegene Ortschaft Caprese Michelangelo, der Geburtsort von Michelangelo Buonarroti. Das Dorf liegt inmitten einer von Kastanienwäldern geprägten Landschaft und hat seine antike Gestalt mit Außenmauern erhalten. Die signifikantesten Gebäude des Dorfes sind mit dem Leben von Michelangelo Buonarroti verbunden: Die winzige Kirche San Giovanni und der Palazzo del Podestà, das Geburtshaus des Künstlers, in dem heute das Museum Michelangiolesco untergebracht ist.

Ebenfalls sehenswert ist das etwas weiter auf einem Hügel liegende Dorf Anghiari, berühmt für die Schlacht von Anghiari im 15. Jh., bei der die mit dem Papst verbündeten florentinischen Truppen über das mailändische Heer siegten.

Besichtigenswert im historischen Ortskern sind die Kirche della Badia, das älteste Bauwerk Anghiaris, die Kirche Sant´Agostino, die Kirche Santa Maria delle Grazie und der Palazzo Taglieschi, der den Namen der zwischen dem 16. und 17. Jh. einflussreichsten Familie dieser Gegend bewahrt.

Ungefähr bei Etappenkilometer 25 streift man auch den historischen Ort Sansepolcro, die letzte toskanische Stadt vor der Grenze zu Umbrien. Dieser Ort überragt das obere Tibertal und hatte seine größte Blütezeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert.

Beeindruckend ist die Piazza in der Altstadt, die wegen des mittelalterlichen Turms, der sich vor seiner Zerstörung im letzten Krieg isoliert auf diesem öffentlichen Platz erhob, Pizza Torre di Berta genannt wird. Der Platz ist von zahlreichen interessanten Gebäuden umgeben, darunter der Palazzo Pichi, der Palazzo Giovagnoli und der Palazzo Pichi-Sermolli.

Ebenfalls sehenswert sind neben dem Dom San Giovanni, der Werke von Perugino, Bartolomeo della Gatta und Santi di Tito sowie ein Holzkreuz aus der Karolingerzeit beherbergt, die Gebäude Palazzo delle Laudi, Palazzo Graziani und Palazzo Ducci del Rosso. Wirklich lohnenswert ist auch die Besichtigung der ehemaligen Kirche Santa Chiara, aus der die Werke „Der Hl. Julian“ von Piero della Francesca, „Maria Himmelfahrt“ des Perugino und „Augustiner-Polyptychon“ von Piero della Francesca stammen, die heute in verschiedenen Museen ausgestellt sind.

In der Gegend von San Giustino fließt der Tiber auch durch das Gebiet des antiken mittelalterlichen Örtchens Citerna, das aufgrund seiner dominierenden Lage auf einem Hügel seit jeher als Eingangstor zum Oberen Tibertal gilt. Im Ort kann man die Rocca besichtigen, eine Festung langobardischen Ursprungs (7. Jh.), die bis zum Jahr 1944 von einem im 14. Jh. errichteten Turm überragt wurde. Sehenswert sind auch die Kirche San Michele Arcangelo und die Kirche San Francesco, heute Sitz des Gemeindeamtes und der historischen Bibliothek. Die letztgenannte Kirche wurde im 16. Jh. vermutlich über einem schon existierenden Gebäude errichtet, um dem Heiligen von Assisi zu gedenken, der durch dieses Dorf gekommen war. Hier sind neben Gemälden von Luca Signorelli, Pomarancio und Raffaellino del Colle auch eine prächtige Madonna aus Terrakotta aufbewahrt, die in jüngster Zeit Donatello zugeschrieben wurde.


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