Technische Daten
Abfahrt: Pieve Santo Stefano
Ankunft: San Giustino
Länge: 32km
Höhenunterschied: 200m
Schwierigkeitsgrad: mittel-leicht
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: Tourenrad, MTB
Sehenswertes in dieser Gegend: Pieve Santo Stefano, Sansepolcro, Anghiari, San Giustino, Caprese Michelangelo.
Die zweite Etappe unserer Fahrt führt von Pieve Santo Stefano nach
San Giustino und kündigt den Übergang von der Toskana nach Umbrien
an. Die Route bietet nicht nur herrliche Ausblicke auf den See von
Montedoglio, sondern auch zahlreiche bezaubernde Abschnitte, die
ganz nah am Flussufer entlang verlaufen. Darüber hinaus durchquert
oder streift die Route bedeutende historische Ortschaften wie Pieve
Santo Stefano, Anghiari, Sansepolcro und San Giustino, die viele
eindrucksvolle Einblicke auf Geschichte und Architektur gewähren.
Die 32 Kilometer lange Strecke weist nur in der Gegend des Sees von Montedoglio
einige leichte Steigungen auf und nutzt teils asphaltierte teils unbefestigte Straßen. Da
sie nicht immer durch flaches Gebiet führt, ist ein Minimum an Kondition erforderlich.
Nach der Abfahrt von der Ortsmitte in Pieve Santo Stefano radeln wir in Richtung
Sansepolcro und folgen knapp 3 Kilometer der Provinzstraße SP50.
Bei Kilometer 2,7 biegen wir rechts in Richtung Sigliano ab und gelangen auf die
rechte Flussseite. Ab Kilometer 5,5 geht es dann am See von Montedoglio entlang
leicht aufwärts. Die Straße ist fast völlig verkehrsfrei und dank der Ausblicke auf die
wunderschönen Landschaften lassen sich die bergauf führenden Rampen, die jedoch
keine anspruchsvollen Steigungen haben, recht zügig bewältigen.
Der Anstieg endet bei Kilometer 8,5 bei einem Aussichtspunkt, von dem man
das gesamte Seebecken überblicken kann. Von hier fahren wir weiter in Richtung
Anghiari und biegen bei Kilometer 13,6 auf der Höhe der Abzweigung nach Caprese
Michelangelo nach links in Richtung Anghiari ab.
Am Ende der Abfahrt und am Ortseingang in das kleine bewohnte Örtchen Motina
verlassen wir bei Kilometer 15,1 die Hauptstraße, biegen links in den unbefestigten
Weg ein und folgen den Hinweisschildern zu dem am Fluss Tiber entlang verlaufenden
Weg. Der von Motina nach Viaio führende Radweg zieht sich ganz nah am Flusslauf
des Tibers entlang und bietet mehrmals die Gelegenheit, bis zum Kiesbett des Flusses
zu gelangen, der hier noch nicht sehr tief ist.
Bei Kilometer 18,8 verlassen wir den Radweg und radeln links auf dem unbefestigten
Hauptweg weiter, der ebenfalls dem Flusslauf folgt, wenn auch etwas weiter entfernt,
und uns bis kurz vor Sansepolcro bringt.
Bei Kilometer 23,1 kehren wir auf die Asphaltstraße zurück und biegen bei Kilometer
23,5 an der Kreuzung mit der Hauptstraße links nach Sansepolcro ab: Hier ist es
wichtig, wenn auch nur für einen knappen Kilometer, äußerst vorsichtig zu sein, da
die Straße sehr verkehrsreich ist. Nachdem wir die Tiberbrücke überquert haben,
schlagen wir bei Kilometer 24,2 den rechts abgehenden unbefestigten Weg ein und
fahren für einen kurzen Abschnitt auf der „Via Francigena des hl. Franziskus“. Wir
streifen die Ortschaft Sansepolcro und radeln dann ab Kilometer 26,6 auf einer ruhigen
Asphaltstraße zu dem kleinen bewohnten Örtchen Trebbio. Dort wenden wir uns nach
links und biegen anschließend bei Kilometer 28,5 links in einen breiten unbefestigten
Weg ein, der sich durch die Maisfelder schlängelt und uns direkt zu den Toren der
Ortschaft San Giustino bringt, die wir bei Kilometer 32 erreichen.
Sehenswertes
Gleich nach der Abfahrt von Pieve
Santo Stefano beginnt man,
am künstlichen Seebecken von
Montedoglio entlangzufahren, das
durch die Stauung des Tiber-Flusslaufes
entstand. Der See bietet traumhafte
Landschaftsblicke und ist ein beliebtes
Ziel für Angelsportler.
Wenig oberhalb des Seebeckens erhebt sich auf der rechten Flussseite die
652m hoch gelegene Ortschaft Caprese
Michelangelo, der Geburtsort von
Michelangelo Buonarroti. Das Dorf liegt
inmitten einer von Kastanienwäldern
geprägten Landschaft und hat seine
antike Gestalt mit Außenmauern
erhalten. Die signifikantesten Gebäude
des Dorfes sind mit dem Leben von
Michelangelo Buonarroti verbunden:
Die winzige Kirche San Giovanni
und der Palazzo del Podestà, das
Geburtshaus des Künstlers, in dem
heute das Museum Michelangiolesco
untergebracht ist.
Ebenfalls sehenswert ist das etwas
weiter auf einem Hügel liegende Dorf
Anghiari, berühmt für die Schlacht
von Anghiari im 15. Jh., bei der die mit
dem Papst verbündeten florentinischen
Truppen über das mailändische Heer
siegten.
Besichtigenswert im historischen
Ortskern sind die Kirche della Badia, das
älteste Bauwerk Anghiaris, die Kirche
Sant´Agostino, die Kirche Santa Maria
delle Grazie und der Palazzo Taglieschi,
der den Namen der zwischen dem 16.
und 17. Jh. einflussreichsten Familie
dieser Gegend bewahrt.
Ungefähr bei Etappenkilometer 25
streift man auch den historischen Ort
Sansepolcro, die letzte toskanische
Stadt vor der Grenze zu Umbrien.
Dieser Ort überragt das obere Tibertal
und hatte seine größte Blütezeit
zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert.
Beeindruckend ist die Piazza in der Altstadt, die wegen des mittelalterlichen
Turms, der sich vor seiner Zerstörung
im letzten Krieg isoliert auf diesem
öffentlichen Platz erhob, Pizza Torre di
Berta genannt wird. Der Platz ist von
zahlreichen interessanten Gebäuden
umgeben, darunter der Palazzo Pichi,
der Palazzo Giovagnoli und der Palazzo
Pichi-Sermolli.
Ebenfalls sehenswert sind neben
dem Dom San Giovanni, der Werke
von Perugino, Bartolomeo della Gatta
und Santi di Tito sowie ein Holzkreuz
aus der Karolingerzeit beherbergt, die
Gebäude Palazzo delle Laudi, Palazzo
Graziani und Palazzo Ducci del Rosso.
Wirklich lohnenswert ist auch die
Besichtigung der ehemaligen Kirche
Santa Chiara, aus der die Werke „Der
Hl. Julian“ von Piero della Francesca,
„Maria Himmelfahrt“ des Perugino und
„Augustiner-Polyptychon“ von Piero
della Francesca stammen, die heute in
verschiedenen Museen ausgestellt sind.
In der Gegend von San Giustino
fließt der Tiber auch durch das
Gebiet des antiken mittelalterlichen
Örtchens Citerna, das aufgrund seiner
dominierenden Lage auf einem
Hügel seit jeher als Eingangstor zum
Oberen Tibertal gilt. Im Ort kann man
die Rocca besichtigen, eine Festung
langobardischen Ursprungs (7. Jh.),
die bis zum Jahr 1944 von einem
im 14. Jh. errichteten Turm überragt
wurde. Sehenswert sind auch die
Kirche San Michele Arcangelo und die
Kirche San Francesco, heute Sitz des
Gemeindeamtes und der historischen
Bibliothek. Die letztgenannte Kirche
wurde im 16. Jh. vermutlich über
einem schon existierenden Gebäude
errichtet, um dem Heiligen von Assisi
zu gedenken, der durch dieses Dorf
gekommen war. Hier sind neben
Gemälden von Luca Signorelli,
Pomarancio und Raffaellino del Colle
auch eine prächtige Madonna aus
Terrakotta aufbewahrt, die in jüngster
Zeit Donatello zugeschrieben wurde.