Technische Daten
Abfahrt und Ankunft: Castiglione del Lago
Länge: 70,5km
Höhenunterschied: 440m
Schwierigkeitsgrad: mittel-schwer
Straßenbelag: Asphalt, unbefestigt
Empfohlenes Rad: MTB, Tourenrad bei der kurzen Variante
Sehenswertes in dieser Gegend: Castiglione del Lago, Tuoro sul Trasimeno, Passignano sul Trasimeno, Monte del Lago, Sant'Arcangelo, Burg Montalera, Park des Trasimenischen Sees
Ungefähr die Hälfte dieser Route um den Trasimenischen See verläuft
auf der im Jahr 2005 eingeweihten Radwanderstrecke, die zum
Teil eigens dafür angelegte Radwege und zum Teil andere Straßen
nutzt. Wenn das Projekt, das sich noch in der Vollendungsphase
befindet, abgeschlossen sein wird, kann man den Rundweg um den
Trasimenischen See schließen und fast immer auf dem eigens dafür
vorgesehenen Naturweg ohne Steigungen radeln.
Um den verkehrsreichen Abschnitt zwischen Sant´Arcangelo und Castiglione del
Lago zu vermeiden, schlagen wir für die Übergangszeit bis zur Vollendung der
Arbeiten eine Variante vor, die Montalera, Macchie und Sanfatucchio einbindet und
auf unbefestigten oder verkehrsarmen Straßen zum Ausgangspunkt zurückführt.
Die insgesamt 70,5 Kilometer lange Route startet in Castiglione del Lago am
ehemaligen Flugplatz. Da sie keinerlei Steigungen hat, kann sie ohne übermäßige
Anstrengung zurückgelegt werden, vielleicht mit Pausen in den Dörfern, auf den
Rastplätzen und bei den zahlreichen Aussichtspunkten, denen man auf dieser
Radtour begegnet. Angesichts der Streckenlänge können die weniger trainierten
Radler, um Probleme zu vermeiden, die Route in zwei Etappen unterteilen und einen
Zwischenstopp in San Feliciano oder in Sant´Arcangelo vorsehen.
Wir stellen unseren Kilometerzähler am Eingangstor des staatlichen Geländes auf
Null und radeln auf dem Radwanderweg am Seeufer entlang in Richtung Tuoro.
Nachdem wir ein neu naturalisiertes Gebiet mit einer ausgesprochen interessanten
Natur durchquert haben, stoßen wir wieder auf die asphaltierte Straße, fahren durch
Borghetto (km 8,9) und nehmen nach ca. 1 Kilometer erneut den Radweg. Hier
streift die Strecke sprichwörtlich den See und schlängelt sich durch einen dichten
Wald, der auch im Sommer schön kühl ist.
Hinter dem Wald verläuft die Strecke dicht an der Böschung der Bahnlinie entlang
und führt wenig später nach Lido di Tuoro (km 14,7), wo wir uns mit Wasser
und Proviant versorgen können. In Passignano ist die Radstrecke nochmals
unterbrochen und wir sind „gezwungen“, durch das hübsche Städtchen zu fahren.
Wir radeln an der Seepromenade entlang und stoßen dann nach dem Dock bei
Kilometer 21,8 auf der Höhe des Bahnübergangs erneut auf den Radweg, der bis
zur Ortschaft Torricella neben der Bahnlinie verläuft. In Torricella fahren wir noch
einmal kurz auf der Provinzstraße SP316 in Richtung San Feliciano (km 26,5).
Nachdem wir dieses alte Fischerdorf hinter uns gelassen haben, können wir
den Blick auf die umliegenden Hügel genießen, die mit Olivenbäumen bedeckt
und mit alten Bauernhäusern durchsetzt sind, und radeln in Richtung San Savino
weiter, wobei sich Abschnitte auf den Radwegen dieser Route mit Abschnitten auf
asphaltierten Straßen abwechseln.
Knapp ein Kilometer nach der Oase La Valle (ein von Legambiente geleitetes
Naturzentrum, in dem man das Ökosystem des Sees unter seinen verschiedenen
Aspekten beobachten kann) biegen wir rechts in einen unbefestigten Weg ein und
erreichen nach ca. 3 Kilometern das Örtchen La Frusta, in dem der Radwanderweg
im Moment noch endet.
Es geht rechts auf der staatlichen Landstraße SS399 (Vorsicht Verkehr) weiter
Trasimenischer See Passignano sul Trasimeno Ansicht von Booten, Trasimenischer See
Die Insel Maggiore Castiglione del Lago - Piazza Mazzini
bis Sant´Arcangelo und bei Kilometer 45 können wir an einer Kreuzung zwischen
zwei Alternativen wählen: Bei der ersten (und kürzeren) Alternative bleiben
wir auf der staatlichen Landstraße, d.h. mit Verkehr, und kommen nach ca. 13
Kilometern wieder zum Ausgangspunkt Castiglione del Lago zurück; in diesem
Radwanderführer optieren wir für die zweite Alternative, auch wenn sie uns vom
Trasimenischen See wegführt, denn die Strecke schlängelt sich durch die ländlichen
Gegenden der Ortschaften Casalini, Le Macchie und San Fatucchio und bietet
uns wunderschöne landschaftliche Ausblicke, bevor sie nach 27 Kilometern den
Gemeindehauptort erreicht.
In diesem Fall müssen wir den kurzen Anstieg bewältigen, der zum Fuß der Burg
Montalera führt, eine im 12. Jh. erbaute und inmitten von Steineichen und Eichen
liegende Festung, die sich mit ihren Türmen mit den guelfischen Zinnen, den
Verteidigungsmauern, den Überresten des antiken Burggrabens und der Zugbrücke
auch heute noch auf sehr beeindruckende Weise präsentiert. Der bewohnte
Burgkern wurde in einen prachtvollen Renaissance-Palast umgebaut.
Nachdem wir diese einzige anspruchsvolle Steigung der Route überwunden haben,
radeln wir auf Nebenstraßen oder Feldwegen weiter und streifen die Ortschaften
Macchie und San Fatuccio, bevor wir Vitellino (km 65,4) an den Toren von Castiglione
erreichen.
Hier biegen wir rechts auf die Gemeindestraße nach Castiglione del Lago ab
und gelangen nach ca. 2km zu einem Kreisverkehr, hinter dem die Straße der
Seepromenade schon gut sichtbar ist. Das ist der beste Weg, um wieder zum
Ausgangsort zurückzukehren. Wir müssen einfach dem Radweg folgen, der neben
der Panoramastraße des Trasimenischen Sees verläuft und die auf einem Hügel
liegende Ortschaft Castiglione linker Hand liegen lässt.
Sehenswertes
Höchstinteressant ist natürlich das
gesamte Gebiet des Trasimenischen
Sees, der mit seiner Ausdehnung von
126 km² der viertgrößte See Italiens
ist und zum Regionalen Naturpark
erklärt wurde. Sein kreisförmiger
Wasserspiegel, umrahmt von sanften,
mit Olivenhainen bedeckten Hügeln
und fruchtbaren Ebenen, ist nicht nur
von großer naturwissenschaftlicher
Bedeutung, sondern auch ein
beliebtes Reiseziel ausländischer
Touristen. Dank des Radwegs kann
man den See ganz aus der Nähe
betrachten.
Der ausgesprochen schöne
Abfahrts- und Ankunftsort der
Route ist Castiglione del Lago, die
wichtigste Ortschaft des Gebietes
des Trasimenischen Sees. Die
Altstadt ist nicht nur wegen ihrer
mittelalterlichen Stadtmauer und
der drei Eingangstore, sondern auch
aufgrund des herrlichen Panoramas
auf den Trasimenischen See eine Rast
und eine ausführliche Besichtigung
wert.
Weitere Sehenswürdigkeiten des
Städtchens sind die Rocca del Leone,
eine fünfeckige Festung aus dem
Mittelalter und eines der besten
Beispiele der Militärarchitektur
der Region, sowie der Palazzo
della Corgna, ein eleganter
Familienwohnsitz im Renaissance-
Stil, den Ascanio della Corgna 1560
nach einem Entwurf von Vignola oder
von Galeazzo Alessi errichten ließ.
In der Ortschaft Tuoro, durch die man
kurz nach der Abfahrt kommt, verläuft
der ausgesprochen interessante
historische Lehrpfad der berühmten
„Schlacht am Trasimenischen See“,
die im Jahr 217 v. Chr. zwischen
Römern und Karthagern stattfand.
Dieser Pfad rekonstruiert die
wichtigsten Phasen der Niederlage
der römischen Armee gegen
Hannibals Karthager.
Unbedingt anschauen sollte man sich
auch Passignano, das sich immer
noch in der Gestalt eines befestigten,
von der Stadtmauer und der Festung
geschützten Ortes präsentiert. Zu den
künstlerisch wertvollen Gebäuden
gehören die Kirche San Cristoforo,
die Kirche San Rocco aus dem 15.
Jh., die Kirche San Bernardino und
das Oratorium San Rocco.
Von hier besteht auch die
Möglichkeit, mit dem Fährschiff zu
den zwei Inseln Isola Maggiore und
Isola Polvese zu fahren.
In Magione kann man die Burg der
Malteserritter besichtigen, eine der
schönsten Burgen Umbriens, die sich
durch ihren quadratischen Grundriss
und die runden Wachtürme
auszeichnet. Die heutige Struktur
entstand über der Kernstruktur eines
im 12. Jh. von den Malteserrittern
gegründeten Hospiz und ist das
Ergebnis eines Ausbaus der zuvor
existierenden Burg. Bei dieser
Erweiterung wurde auch eine
antike Benediktinerabtei des 12. Jh.
einverleibt, früher vermutlich ein Sitz
des Templerordens.
Lohnenswert in der Umgebung sind
die antiken Dörfer Castel Rigone,
Montecolognola und Monte del
Lago, von wo man einen großartigen
Blick auf den See genießen kann,
die alten Fischerdörfer San Feliciano
und Sant´Arcangelo sowie die
kleinen, auf den Hügeln zwischen
Umbrien und der Toskana liegenden
Örtchen Gioiella, Villastrada und San
Fatucchio.